10.06.15

Vom Abschiednehmen


Nach all den Ups unseres Expat-Lebens machen wir gerade Bekanntschaft mit einem definitiven Down:

Dem Abschiednehmen.

Das Schuljahr ist quasi zu Ende, und damit ist für viele die Zeit gekommen, wieder in ihre Heimat zurückzukehren oder zu neuen Ufern aufzubrechen...

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Und wie das immer so ist, trifft man kurz vor knapp noch jemanden, den man das ganze Jahr nur am Rande wahrgenommen hat - und jetzt auf einmal merkt, dass man wirklich eine Chance verpasst hat.

Wie zum Beispiel Mutzes Klassenlehrer, der sie in Humanities unterrichtet hat.

Weil aber für Mutze Humanities quasi ein Selbstläufer ist, hatte ich mit dem Lehrer wenig zu tun.

Erst in den letzten Wochen hatte ich Gelegenheit, mehr mit ihm zu sprechen, und hab' festgestellt:

Mist, der Kerl ist echt cool, mit ihm wäre ich gerne befreundet gewesen....

Jetzt zieht er weiter nach Kasachstan.

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Es wird mir eine Lehre sein, aufmerksamer zu sein und schneller auf Menschen zuzugehen, die mir sympathisch sind.

Denn bei dem vielen Kommen und Gehen,  muss man schnell sein.

(Zwei WeChat-IDs von Leuten, die im nächsten Schuljahr noch da sind, habe ich mir heute gleich gesichert).

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Euch noch frohes Durchhalten bis zu den Sommerferien - wir werden uns bald vor der großen Hitze in China in die kühlen Berge Österreichs flüchten, :-).

So long,
Corinna

06.06.15

吃吧,吃吧,慢慢 吃!


Gemütlich sind chinesische Restaurants zwar in der Regel nicht...



... aber dafür ist das Essen meistens wirklich lecker:



Iss' doch, iss' doch, langsam langsam essen!

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Auf meiner Suche nach hörbarer chinesischer Musik bin ich über 催建 (Cui Jian) gestolpert:



Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna








02.06.15

朋友 一生 一起 走... 是吗?


Schon vor einiger Zeit haben unsere Dozenten an der Uni erwähnt, dass es zu Semesterende eine große Abschlusszeremonie geben wird, bei der jeder Kurs etwas vortragen soll.

In unserem Fall ein chinesisches Lied.

Aber erst als die Professorin uns heute den Text austeilte, ist mir klar geworden, dass sie es tatsächlich ernst meinen;


朋友 一生 一起 走...

(Freunde gehen gemeinsam ein Leben lang...)

是吗?

Wirklich?

Ich meine: wirklich?

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Ich bin ja sonst wirklich für alles zu haben, war bei jeder Exkursion dabei, und hab' beim Sports Day nicht eher Ruhe gegeben, bis sie mich als einzige Frau ins Team beim... Tauziehen aufgenommen haben.

Aber das ist jetzt schon ein bißchen hart.

Zum Glück haben die Kinder am gleichen Tag Sommerfest in der Schule, ich werd' mich wohl für irgendeinen Stand eintragen müssen.

Euch wünsche ich einen schönen Tag, bei uns neigt er sich mal wieder dem Ende zu..

So long,
Corinna

01.06.15

Die goldenen Regeln des Fahrradfahrens (in China)


Seit einiger Zeit fahre ich morgens immer mit dem Fahrrad zur Uni.

Als wir hier im September ankamen, dachte ich noch, das würde ich mich niemals trauen, aber mittlerweile schreckt's mich nimmer.

Im Gegenteil: 

Ich kann hier endlich so verhaltenskreativ Fahrrad fahren, wie ich nun mal Fahrrad fahre, ohne dass mich alle fünf Meter jemand anmoppert. 

Das macht die Sache selbst im dichtesten Berufsverkehr doch relativ entspannt.

Allerdings sollte man tunlichst die goldenen Regeln des Fahrradfahrens beachten, zumindest so wie sie sich mir darstellen:

1. Lege Dich niemals mit einem Bus an.


2. Beachte, dass alle Autos eingebaute Vorfahrt haben, Rechtsabbieger immer fahren dürfen (?) und Rückspiegel nur schmückendes Beiwerk sind.


(Das macht rechts am Straßenrand abgestellte Fahrzeuge zur besonderen Gefahr, auf die muss man wirklich höllisch aufpassen. Nie wird jemand auf die Idee kommen, vor dem Weiterfahren einen Blick in den Rückspiegel zu werfen.)

3. Verlass Dich niemals darauf, dass der vor Dir fahrende Rad- oder Mopedfahrer einen Blick über die Schulter wirft, bevor er nach links rüber zieht!


4. Und nicht nur deshalb immer schön nach vorne schauen!


Gegen den Verkehr fahren muss ich noch ein wenig üben, aber sonst füge ich mich hier eigentlich ganz gut ein. 

Es ist definitiv wilder als bei uns, aber dafür hat man selber auch mehr Freiheit bei der kreativen Regelauslegung -- es moppern noch nicht einmal die Verkehrspolizisten, wenn man jede Lücke nutzt.

(Notfalls übrigens auch bei Rot, denn für Fußgänger, Rad- und Mopedfahrer sind Ampeln im Grunde auch nur Vorschläge).

Und bis ich bei der Uni ankomme, bin ich sicher hellwach, :-).

Euch wünsche ich noch einen schönen Tag, hier neigt er sich schon dem Ende zu.

So long,
Corinna

29.05.15

Lebenszeichen: Alles gut!


Aus dem Plan, fleißig über China zu bloggen, ist dann ja wohl eher nichts geworden...

Zu viel los, die Uni hält mich vull auf Trab, aber fein ist es!

Am meisten Spaß machen mir die Schriftzeichen, ausgerüstet mit einer guten Wörterbuch-App kann ich schon kleinere Aufsätze schreiben...

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aber das ist auch das einzige, was meine Note noch so halbwegs im Zweier-Bereich hält -- alles andere tendiert eher in Richtung Katastrophe, :-).

Ich hab' mich ja eigentlich akademisch gesehen immer für einigermaßen brillant gehalten, aber hier fühle ich mich wieder wie eine Neuntklässlerin, die verzweifelt versucht, die Klasse halbwegs zu bestehen.

Es ist viel.

Dennoch macht es weiterhin viel Freude!

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Erinnert Ihr Euch noch, dass ich vor einem Jahr noch riesige Panik geschoben habe, dass ich hier keine Freunde finden würde?

Die Sorge hätte ich mir nicht machen müssen, denn ich habe die besten Freunde gefunden, die man sich nur denken kann!

Allerdings hatte meine Lehrerin Recht: ein social life zu haben, hilft nicht wirklich beim Lernen, :-).

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China ist klasse, wir fühlen uns wohl hier, die Luft ist auch nicht so schlecht, wie wir befürchtet hatten, im Gegenteil, die Kinder verbringen ihre Nachmittage fast ausschließlich im Freien.

Um ehrlich zu sein:

Drei Jahre kommen mir schon jetzt viel zu kurz vor, so schnell will ich hier gar nimmer weg.

Ich fühle mich hier irgendwie viel freier, weil es hier nicht immer nur um Regeln, Regeln, Regeln geht... die Chinesen kommen mir viel gelassener vor als zum Beispiel die Österreicher.

(Außer natürlich, sie geraten in einen Streit, da kann man dann mitunter schon mal denken, die Welt geht unter -- allein durch die Aussprache wird Chinesisch zu einer ungemein ausdrucksstarken Sprache...)

So wie ich hier mitten im Berufsverkehr Fahrrad fahre oder Straßen überquere, würde ich in Österreich nur einen Anschiss nach dem anderen bekommen.

Ich weiß noch, wie ich vor einigen Monaten die Expats bewundert habe, die fleißig mit ihren Fahrrädern oder E-Rollern unterwegs sind -- das, habe ich gedacht, würde ich mich niemals trauen...

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... aber tatsächlich entspricht der chinesische Fahrstil völlig meinem eigenen, nur dass ich meistens fast noch die Spur schneller unterwegs bin, :-).

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Ich genieße die ganzen kleinen Straßenküchen -- nichts schöner als Mittags an einer der mobilen Garküchen vorbeizukommen, wo sich die Arbeiter zum Mittagessen versammeln.

Keine Frage, viele, viele (viel zu viele) Menschen hier haben ein wirklich hartes Leben -- und trotzdem immer ein Lächeln übrig, wenn man vorbei kommt und ihnen einen guten Appetit wünscht, :-).

Irgendwie ist das Leben trotz dieser Betonwüste, in der wir leben, bunter -- die Menschen, die sich in den Parks zum Tai Qi oder tanzen treffen, ihre Drachen steigen lassen, sich einfach irgendwo hinstellen und singen oder ein Instrument spielen...

Es ist aber so schwer, es zu beschreiben -- auch einer der Gründe, die mich daran gehindert haben, viel zu bloggen, ich weiß einfach nicht, wie ich das rüberbringen kann. 

Vor allem muss man natürlich immer auch den Abstrich machen, dass ich das alles hier aus einer sehr privilegierten Sicht beschreibe -- das Leben, wie wir Expats es führen, hat mit der chinesischen Realität rein gar nichts zu tun.

Ehrlich gesagt, hat es mit gar keiner Realität zu tun, es ist eine Fake World... aber das ist eine ganz andere Geschichte. 

Aber da die Gedanken zu ordnen, ohne jemandem auf den Schlips zu treten, ist schwer -- sagen wir nur dieses: mit manchen Expat-Attitüden tue ich mich schwer... umso dankbarer bin ich, dass ich die Möglichkeit habe, zu studieren und auch mal mein eigenes Ding zu machen.

(Dem Mo geht es übrigens ähnlich wie mir, manche Dinge betrachtet er mit einer, sagen wir mal so, großen Verwunderung... Bin sehr stolz, dass er gut verwurzelt ist und aufmerksam beobachtet)

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Wer übrigens an der Handschrift seiner Kinder verzweifelt, dem kann ich nur wärmstens an Herz legen, sie Schriftzeichen schreiben zu lassen.

Die Wirkung ist enorm.

Hier zum Beispiel meine normale Sauklaue:


Und hier meine Schrift, nachdem ich ein Wochenende lang für ein Examen geübt habe:


Ich hab' Mutze gesagt, dass ich sie in den Sommerferien viele, viele Schriftzeichen werde üben lassen, denn alle ihre Lehrer haben mich gewarnt, dass es mit ihrer Sauklaue Schrift für die Matura-Klausuren sehr, sehr knapp werden wird -- die externen Prüfer werden einfach nicht die Geduld aufbringen, ihre Arbeiten gründlich zu lesen, wenn sie ihre Schrift nicht entziffern können.

(Was sehr bedauerlich wäre, sagen die Lehrer, denn inhaltlich sind sie sehr gut).

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Aus akademischer Sicht tut vor allem Mutze die internationale Schule sehr gut, sie wird hier auf eine andere Art herausgefordert, als an ihrer alten Schule, und haut tüchtig und sogar sehr erfolgreich rein.

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Die Elementary-Kids hatten am Mittwoch eine große Aufführung, hier ein kleines Video zum Tanz, den Minka mit ihrer Klasse aufgeführt hat.

(Sie ist vorne in der ersten Reihe, im blauen T-Shirt -- was soll ich sagen: niemand hat mir gesagt, dass sie ausgerechnet einen grünen Rock tragen würde...):


Enjoy, :-).

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Euch wünsche ich einen schönen Tag -- wenn er denn bei Euch mal endlich anfängt, :-).

So long,
Corinna

25.03.15

Haha!


Ein bisschen lachen musste ich ja schon, als ich meinen Aufsatz über meine Familie im Kurs vorlesen sollte...


Als ob ich am Dienstag noch weiß, was ich am Samstag geschrieben habe!

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Aber ein bisschen stolz, das muss ich schon zugeben, bin ich schon auf das, was ich in den letzten zwei Wochen gelernt habe.

Vor allem Schreiben und Lesen lernen macht vull viel Freude!

Und _so_ schwer ist das alles gar nicht, halt nur viel wiederholen und auswendig lernen.

(Wenn man die Reihenfolge kennt, in der die Striche eines Schriftzeichens geschrieben werden, entsteht beim Schreiben eine gewisse Melodie... kummt mir jedenfalls so vor, und das ist total kuhl!),

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Aber Verstehen geht noch ganz schwer, auch nach sechs Monaten China hab' ich meistens immer noch keine Ahnung, was die Leute so mit mir reden, :-).

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Euch wünsche ich einen schönen Abend, unserer ist quasi schon beendet und ich gehe jetzt schlafen!

So long,
Corinna

P.S.: Das Familienbild hat übrigens Mutze für mich gezeichnet.

13.03.15

Ein bisschen einen an der Waffel haben die schon!


Ein bisschen einen Waffel haben die da schon an der Nankai Universität.

Vierter Tag regulärer Unterricht und wir sollen schon alles komplett in Schriftzeichen machen.

Schreiben und Lesen!


Das ist komplett 二百五!

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Aber es macht total viel Spaß, ;-).

(Nur für die Hausaufgabe habe ich mir einen Spickzettel in Pinyin gemacht -- damit ich am Montag noch weiß, was ich heute geschrieben habe...)

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende!

So long,
Corinna

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