17.01.17

Reisetagebuch


Zu einer meiner besseren Ideen gehört es, auf unseren Reisen in Asien ein Reisetagebuch zu führen.

Abgesehen davon, dass es ganz hilfreich ist, wenn andere Expats nach Erfahrungen, Hotel- und anderen Reiseempfehlungen fragen, ist es natürlich eine total schöne Erinnerung, und in keinem meiner Tagebücher habe ich bisher so oft nachgelesen (und auch zu Hause über dem Abendessen vorgelesen) wie in diesem.

Zu unseren Ritualen dabei gehört, abends noch mal den Tag zu rekapitulieren und -- wie die Kinder scherzhaft meinen -- "willkürlich" Punkte zwischen 0 und 10 zu vergeben. 

Wobei "willkürlich" ein relativer Begriff ist, denn jeder begründet seine Zahl.

Was manchmal zu solch lustigen Aussagen wie "8 oder 9, weil... Also, weil..." führt.

Aber selbst da weiß jeder, was gemeint ist, :-).

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Unsere letzte Reise führte uns nach Kambodscha, und ich muss gestehen, dass mir diesmal die Auswahl von Fotos sehr schwer fällt -- zu viele schöne von den Tempeln in Siem Riep, zu wenige vom Strand, und in Phnom Penh war ich auch zu beschäftigt damit, einfach nur zu genießen.

Die Tempel in Siem Riep -- niemand war dort glücklicher als Frank, der sich nicht satt sehen konnte an der Schönheit der Tempel!  Und ich muss schon sagen, etwas schöneres habe auch ich kaum in meinem Leben gesehen.


Im Gegensatz zu Frank, der auch jetzt noch zu jedem einzelnen Details erzählen kann, die ihm besonders gut gefallen haben, konnte ich die Tempel aber spätestens am zweiten Tag nicht mehr auseinander halten.


In Reiseführern wird empfohlen, sich Angkor Wat als letzten aufzuhalten, weil es der schönste sei... Und wirklich wunderschön, keine Frage! Insbesondere die Wandreliefs.

Weshalb ich hoffe, dass es sich nicht allzu verwöhnt anhört, wenn ich sage, dass mir persönlich aber die kleineren, mehr abseits gelegenen Tempel besser gefallen haben, da sie etwas wildromantisches an sich hatten.




Franks Reisetagebucheintrag an jedem x-beliebigen Tag in Siem Riep wenig überraschend:

"10 -- weil Kambodscha mein neues Lieblingsland ist."

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Mein persönlicher Favorit auf dieser Reise:

Kampong Pluk, ein Fischerdorf etwas außerhalb von Siem Riep.






Ich werde mich aber hüten, es als romatisch oder idyllisch zu beschreiben -- denn das Leben dort ist mit Sicherheit hart!

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Richtig gut gefallen hat uns Preah Ang Thom, ein Wallfahrtsort mit einem liegendem Buddha, einer Quelle und einem herrlichen Wasserfalls, der zum Baden einlud.




(Einer Aufforderung, der allzu viele Touristen gerne nachkamen, was es etwas stressig machte, ins Wasser zu kommen -- war man aber erst einmal drinnen, war es einfach nur herrlich!).

Hier ein Ausschnitt des Reisetagebuchs, mit freundlicher Genehmigung von Mutze:

"10 -- der Tag erfüllt alle Kriterien, um zufriedenstellend zu sein, was ihm eine 7-8 eingebracht hätte, der Tempel war nett, was evtl. zu einer 9 gereicht hätte; besonders interessant war, dass so viele Leute auf die Rückseite des Buddha geschrieben hatten, dass sie Schilder aufstellen mussten, eben dieses bitte nicht zu tun. Was die 10 ausgemacht hat war a) die Quelle, ich habe niemals so klares Wasser gesehen und b) das in der Sonne Liegen nach dem Schwimmen, was gerade faul genug war, um nach mehreren Tagen nahezu ununterbrochener Aktivität Feriengefühle hervorzurufen. Außerdem habe ich ein Buch, das ich gerne lesen würde, in dem Auswahlkasten des Hotels gefunden, und die Geschichte, die ich eben gelesen habe (The Secret Sharer, Joseph Conrad) war großartig, danke der Nachfrage."

(Gerne, Mutze)

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Das Kriegsmuseum in Siem Riep: trotz der brutalen Geschichte, die Kambodscha vor noch nicht allzu langer Zeit durchgemacht hat, sehr unaufdringlich und gerade deshalb vor allem für mich sehr eindrucksvoll.

Was mich vor allem beeindruckt hat: wie offen, freundlich und herzlich die Menschen geblieben sind, trotz ihrer Geschichte, die die meisten ja noch miterlebt haben!





Krass fand ich allerdings, dass im Museumsshop Spielzeuggewehre und gefakte Vorsicht Landminen Schilder verkauft wurden -- Kriegsromantik, oder was?

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Eine kleine Insel südlich von Sihanoukville -- ein Paradies für Rucksackreisende und wie geschaffen, den lieben Gott mal für ein paar Tage einfach nur 'nen guten Mann sein zu lassen:






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Silvester erstens in Shorts und zweitens in Phnom Penh! Auch vull schön!


Und unsere Jugendherberge, so jugendherberglich sie auch war (und definitiv zu empfehlen), hat richtig Lust auf mehr gemacht...



Die nächste Reise kommt bestimmt:



Wir werden definitiv noch mal nach Kambodscha reisen -- es gibt noch viel zu sehen und zu entdecken, und das nächste Mal möchten wir gerne noch mehr von Land und Leuten erleben!

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Jetzt hat uns schon seit zwei Wochen der Alltag wieder. Aber auch das hat was, ich habe schon wieder viele nette Erlebnisse gehabt, Dinge erlebt, Leute kennengelernt.

Es passieren manchmal einfach so süße Sachen -- wenn auch meistens nichts Spektakuläres (wenn ich mal die Sache mit dem Taxifahrer außer Acht lasse, der mich zum Abschied umarmt und abgebusselt hat. Oder den netten Gemüseverkäufer, der mich zu sich rief, weil er unbedingt wollte, dass ich ein Selfie von uns mache -- hübsch war der Kerl zwar nicht, aber das Selfie ist trotzdem eine schöne Erinnerung an einen netten Vormittag und eine nette Begegnung).

Jedenfalls:

Das Leben ist schön!

So long,
Corinna


12.12.16

... wie wir sie gerade hingelebt haben...


Ich kann's nicht anders sagen:

Ich liebe meine Mutze.

Gerade saßen wir im Wohnzimmer, als ich mich umschaute und sagte:

"Die Häuser von den anderen sind immer so ordentlich aufgeräumt und elegant. Und unseres immer so chaotisch. Aber ich mag es."

"Ja," sagte Mutze, "bei uns liegen alle Sachen so herum, wie wir sie gerade hingelebt haben."

Gut gesagt, oder?

(Ich musste drei Mal nachfragen, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verhört hatte).

:-).

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Euch wünsche ich einen schönen Wochenanfang, bei uns fängt in wenigen Minuten schon der Dienstag an!

So long,
Corinna

03.12.16

Auch das ist China...


Noch ist nichts entschieden, aber die Möglichkeit besteht, dass wir noch ein Jahr "dranhängen" und zum kommenden Schuljahr (2017/2018) nach Shanghai übersiedeln.

Immerhin ist es aber schon möglich genug, dass ich am Mittwoch nach Shanghai gefahren bin, um mir Schulen und Wohngegenden anzuschauen.

Und weil es halt auch zu China gehört, dass sich unterschiedliche Stile so mischen, dass man momentan gar nicht weiß, wo man eigentlich gerade ist, habe ich mich königlich über die kleine Weltreise amüsiert, die wir an nur einem Tag Hausbesichtungen gemacht haben.

Wo würden wir wohl wohnen wollen?


In einer guten soliden deutschen Reihenhaussiedlung, womöglich gar in Klein-Langenfeld?



Oder doch lieber in Mini-Amerika?




Auch sehr reizvoll: Klein-Spanien!


Oder vielleicht doch im goldenen Wien?




Oder bin ich vielleicht doch eine verwöhnte Prinzessin und gedenke in einer Prachtvilla zu residieren?

(Wobei... das Teil war schon Hammer! Wenn die Villa nicht am sogenannten Weltpopo wäre, würde ich mir das sogar ... fast überlegen, :-).)

Am besten gefallen hat uns aber tatsächlich eine kleine, gemütliche Wohnung in einer ganz normalen Nachbarschaft, in der das Leben brummt.

Mal schauen, wie es weitergeht, es bleibt spannend.

Euch wünsche ich ein schönes zweites Adventswochenende!

So long,
Corinna

13.11.16

Vadern in Beijing.



Ohne weitere Worte, :-).

So long,
Corinna

09.11.16

Und wo ward Ihr als das Unfassbare passierte?


...

...

...

Ich in der Cafeteria der Schule mit Menschen aus so ziemlich der ganzen Welt.

Und keiner war besonders glücklich.

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So long,
Corinna

03.11.16

Mühsam nährt sich das...


Erdhörnchen?

Eichhörnchen?

Frau Mahlzahn?



Aber immerhin.

Ich habe es geschafft, die ersten paar Absätze dieses Artikels zu "entschlüsseln" und sogar den Sinn zu verstehen!

So chàbuduō wenigstens, ;-).

Aber wieder hat sich gezeigt: würde ich fleißiger lernen, bräuchte ich nicht so viele Schriftzeichen nachzuschlagen.

Denn die meisten sollten mir inzwischen wirklich bekannt sein.

Außerdem informiert mich Mutze, dass ich zwar schon ganz hübsch Worte aneinanderreihen kann, es sich aber noch lange nicht wie Chinesisch anhört, wenn ich spreche. 

(Das kann ich auch selber hören -- es hört und hört sich einfach nicht so an!)

Sie sagt (und sie hat Recht), dass Ausländer, die die Sprache fließend beherrschen, sich quasi in einen anderen Menschen transformieren, wenn sie Chinesisch sprechen -- Stimme und Tonlage ändern sich komplett. Würde man sie hinter einen Vorhang stellen und bitten, Chinesisch zu sprechen, würde man nie erraten können, wer es ist...

Na ja.

Aber ich finde, ich bin eh schon recht weit gekommen, ;-).

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Euch wünsche ich ein schönes Wochenende, hier hat zumindest der Freitag schon mal begonnen.

So long,
Corinna

28.10.16

Wenn einer eine Reise tut: Südvietnam


Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen

...

...

...

Nur wüsste ich mal wieder kaum, wo anfangen...

Deshalb lasse ich mal eine kleine Auswahl von Bildern sprechen.

China stand ja Anfang Oktober anlässlich des Chinesischen Nationalfeiertags wieder für eine Woche still, und wie fast alle Expats auch haben wir diese Woche für eine Reise genutzt.




Während die meisten aber die Strände Balis, Thailands, Kambodschas und der Philippinen bevorzugt haben, waren wir rucksackreisend in Südvietnam unterwegs.

Saigon, Mekong Delta, Can Tho, Cat Tien und Dalat! 

Und was soll ich sagen, es war einfach nur genial!




Saigon, Kriegsmuseum.

(Wie zu erwarten sehr einseitig, trotzdem beeindruckend. Und bedrückend.)


Ho Chi Minh: Omnipräsent.


Der Mo hatte eine unglaubliche Anziehungskraft (vor allem auf junge Mädels) und wurde alle fünf Meter angesprochen, :-).


Und ja: Auch in Vietnam...


Bootsfahrt in einem kleinen Seitenarm des Mekong Deltas.

(Ein absolutes Highlight für die Kinder, aber bilderlos: Krokis füttern.)





Can Tho, Floating Markets und Radtour durch kleine Orte, in denen sich das normale Leben abspielt.









Cat Tien, Nationalpark, mit dem Jeep unterwegs.




Dalat, Wasserfälle, Natur Pur, und Elefanten.

(Die Mönche waren total süß -- noch ganz jung, grad mal Anfang 20, wenn überhaupt, und unglaublich fröhlich).

Und was ich am schrägsten fand:


Ein Fahrer, der Modern Talking in der Dauerschleife spielte, :-).

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Ich bin ja eh schon total gerne in China und glücklich über all die Möglichkeiten, die sich mir hier eröffnen.

Aber das Reisen ist definitiv noch mal ein Extra-Bonus!

Emotional ist die Erfahrung hier für mich oft eine echte Herausforderung, aber trotzdem würde ich mal sagen:

Das hier ist (mit) die beste Zeit meines Lebens.

Ich kann mit Worten gar nicht ausdrücken, wie dankbar ich bin!

So long,
Corinna

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